Gabrielle Dorziat (1880–1979) war eine französische Bühnen- und Filmschauspielerin. Sie galt in Paris als Stilikone und trug maßgeblich zur Popularisierung der Entwürfe von Coco Chanel bei. Das Théâtre Gabrielle-Dorziat in Épernay ist nach ihr benannt. Sie wurde 1880 geboren und gab 1898 ihr Bühnendebüt am Théâtre Royal du Parc in Brüssel. Später zog sie nach Paris und wirkte in Alfred Capus’ „La Bourse ou la vie“ (1900) mit. Der Durchbruch gelang ihr jedoch mit ihrer Darstellung der Thérèse Herbault in „Chaîne anglaise“ (1906). Auch ihr Privatleben erregte Aufsehen; sie war mit den Schauspielern Lucien Guitry und Louis Jouvet liiert. Zu ihren engen Freunden zählten Jean Cocteau, Jean Giraudoux, Coco Chanel, Paul Bourget und Henri Bernstein. Während des Ersten Weltkriegs verließ Dorziat Frankreich, um durch die Vereinigten Staaten zu reisen und Spenden für Kriegsflüchtlinge zu sammeln. Nach dem Krieg bereiste sie Kanada, Südamerika und den Rest Europas. 1921 gab Dorziat ihr Filmdebüt in „L’Infante à la rose“. Sie wirkte in über sechzig Filmen mit, darunter „Mayerling“, „Les Parents terribles“ und „Manon“. 1925 heiratete sie Graf Michel de Zogheb, einen Freund von König Fuad I. von Ägypten. Ihre Memoiren „Côté cour, côté jardin“ erschienen 1968. Sie starb 1979.